Auszeit nehmen – „ich muss“-Gedanken auflösen

"ich muss"-gedanken auflösen

In meinem ersten Artikel über’s Auszeit nehmen schrieb ich ja, dass ich erstmal nur noch das tun will, was ich mit spielerischer Freude tun würde. Und das ist gar nicht so einfach.

Manchmal weiß ich echt nicht, was das ist.

Und manchmal weiß ich nur, was es definitiv nicht ist.

Und manchmal lenkt etwas davon ab. Facebook habe ich ja bereits abgeschaltet. Dafür hab ich seit Neuestem Online Mahjongg entdeckt.

Und manchmal fehlt auch das gewisse Etwas, das eine Tätigkeit von „muss halt sein“ auf „mach ich gerne“ anhebt. Das kann Musik sein, die dabei hilft, dass Aufräumen und Putzen Spaß machen. Oder das kann sein, dass ich etwas, anstatt es einfach irgendwie zu machen, eben schön mache.

Manchmal ist es auch klar.

Und manchmal gibt es Termine, wo ich hin muss. Oder wo ich denke, dass ich hin muss.

„Ich muss“-Gedanken auflösen

Und dann versuche ich den Grund herauszufinden, warum ich den Termin überhaupt ausgemacht habe. Und ich versuche herauszufinden, ob dieser oder vielleicht auch ein anderer Grund immer noch besteht und es vielleicht doch Gründe gibt, weswegen ich zu dem Termin gehen will.

Anstatt mir nun also zu denken: „Ich muss zu diesem Termin.“ kann ich das ganze umformulieren in „Ich will zu diesem Termin, weil mir … wichtig ist.“ Es könnte sein, dass mir wichtig ist, durch meine Anwesenheit etwas zu bewirken. Es könnte auch sein, dass mir der Kontakt mit den Menschen dort wichtig ist. Diesen Mechanismus kann ich auf alle Gedanken anwenden, die mit einem „ich muss“ besetzt sind. Und im besten Fall ändert sich dann etwas in mir, weil ich auf einmal wieder weiß, was mir daran wichtig ist.

Es kann aber auch sein, dass mir nichts einfällt, außer, dass ich es eben so ausgemacht habe. Dann sage ich den Termin ab – nachdem ich endlos mit mir gehadert habe, ob mich danach nicht alle doof finden werden. Einmal habe ich danach eine SMS mit dem Wortlaut „Genieß dein Wochenende :)“ bekommen. Das war so schön für mich, weil es so anschaulich zeigt, wie die eigenen Gedanken ganz wirr werden vor lauter Sorgen, während sonst niemand ein Problem sieht.

Manchmal ist es aber auch so, dass die Gründe, weswegen ich einem Termin zugesagt habe, mir immer noch präsent sind, aber momentan einfach andere Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Dann kommt es erstmal darauf an, was gerade wichtiger ist. Wenn sich daraus aber trotzdem keine Entscheidung treffen lässt, bin ich in einem inneren Konflikt und muss ein bisschen Arbeit reinstecken um ihn aufzulösen.

Insgesamt merke ich, wie ich deutlich ausgeglichener bin und mehr Energie habe, wenn ich Dinge nicht aus einem „ich muss“ heraus mache, sondern aus dem eigenen freien Willen. Umgekehrt merke ich sofort, wenn ich etwas aus einem „ich muss“-Gedanken heraus gemacht habe, dass ich mich davon erstmal richtig erholen muss.

Ich glaube, dass eine Auszeit sensibler dafür macht, was sich wie auf mich auswirkt. Gerade weil so viel „ich muss“ wegfällt und ich auf einmal viel mehr Wahlmöglichkeiten habe, was ich mit meiner freien Zeit anstelle.

Hier geht’s zu Teil 3: Auszeit nehmen: Zwischenstand nach 4 Monaten
Hier geht’s zu Teil 4: 1 Jahr Auszeit – Erfahrungen, die ich teilen möchte

5 Kommentare

  1. Hallo Sabrina,

    feine Sache, das mit Deiner Auszeit.

    Falls Du auch herausfinden möchtest, wie es grundsätzlich in Deinem Leben weitergehen soll, kann ich dir das Buch „Wishcraft – Lebensträume und Berufsziele entdecken und verwirklichen“ von Barbara Sher empfehlen. Es hat mir selbst geholfen, meine Selbstständigkeit als freier Autor zu wagen. Ich bringe das Buch bei der nächsten Vanderung mit, weil Steffi es sich vielleicht ausleihen möchte 😉

    Liebe Grüße

    Christof

    1. Lieber Christof,
      Na da schaue ich gerne mal rein 🙂 Danke für die Empfehlung! Ein bisschen eine Idee hab ich allerdings schon, wie es mit meinem Leben weitergehen könnte. Nur Spruchreif ist das noch nicht 🙂

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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