Glückstagebuch führen – dankbar sein – die Welt verändern!

Glückstagebuch - der Duft von Lavendel

Nach 4 Monaten Auszeit merke ich jetzt doch langsam, dass ich mir ein bisschen Struktur für meinen Alltag wünsche.

Dafür habe ich mir ein paar Dinge ausgesucht, die mir nachweislich gut tun und die zu einer bestimmten Tageszeit sinnvoll zu tun sind. Dazu gehört: Glückstagebuch führen. Darauf bin ich vor anderthalb Jahren gestoßen, als ich bei einer Studie über Glück und Wohlbefinden mitgemacht habe und eines geschenkt bekommen habe.1

Was ist ein Glückstagebuch?

Die Idee des Glückstagebuchs ist es, jeden Abend zu überlegen, welche Situationen und kleinen oder großen Momente an diesem Tag dich glücklich oder dankbar gemacht haben und diese aufzuschreiben. Die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, der Duft von Lavendel, das Lächeln im Gesicht eines Freundes, das Gefühl von Zu-Hause-Sein, das Quietschen eines Entenbabys, eine Umarmung

Du kannst so ein Glückstagebuch natürlich auch überall hin mitnehmen und die Momente immer dann, wenn sie passieren, aufschreiben.
Aber für meinen Anwendungsfall – ich will ja Struktur in meinen Tagesablauf bringen – passt es besser, wenn ich mich jeden Abend vor dem Zubettgehen auf’s Sofa setze, vielleicht noch eine Kerze anzünde und einen Tee aufbrühe, und dann in mein Büchlein schreibe.

Dabei erlebe ich alle schönen Momente in meinem Kopf erneut, schreibe sie auf und überlege mir, welche Bedürfnisse in diesen Momenten erfüllt waren. Außerdem kann ich überlegen, ob ich jemandem danken möchte, weil er oder sie zu so einem schönen Moment beigetragen hat. Und ich kann genießen, dass ich dankbar bin.

Was es mit Dankbarkeit auf sich hat

Es gibt wohl mehrere Studien2, die besagen, dass Dankbarkeit die Eigenschaft ist, die am meisten zu Wohlbefinden und Glück einer Person beiträgt – und zu Altruismus, also zum Beitragen für eine bessere Welt! Das bedeutet: ich bin dankbar, also schaue ich positiver in die Welt, also bin ich glücklicher, also trage ich auch gerne dazu bei, dass andere glücklicher sind.
Natürlich wirst du nicht automatisch dankbarer, wenn du ein Glückstagebuch führt. Aber ich denke es ist möglich und vielleicht helfen dir meine Gedanken dazu.

Ich habe gemerkt, dass mir Dankbarkeit gar nicht so leicht fällt. Denn – wie du vielleicht auch – wurde ich so erzogen, dass ich ständig und wegen allem dankbar sein sollte. Ich sollte brav immer „bitte“ und „danke“ sagen, mich brav für jedes Geschenk von Tante, Oma und Co. bedanken, ganz egal, ob ich wirklich dankbar war oder nicht. Dadurch wurde ich zu einem Dankes-Automat. Ich habe mich quasi für alles bedankt, um bloß zu vermeiden, dass jemand enttäuscht von mir wäre, weil ich mich nicht anständig bedankt habe.

Dadurch konnte ich überhaupt nicht unterscheiden, wann ich wirklich dankbar war und wann nicht. Ich tat ja ständig so, als wäre ich es. Bewusst wurde mir das erst, als ich einmal ein tiefes, echtes Gefühl von Dankbarkeit erlebt habe. Und da wurde mir auch bewusst, dass echte Dankbarkeit gar nichts so Doofes ist, wie ich immer dachte, und gar nichts mit Schuld oder Pflicht zu tun hat.

Ich finde das wichtig zu unterscheiden. Aber vielleicht weiß das auch schon jede/r, und ich bin nur ein bisschen spät dran damit 🙂

Glückstagebuch basteln

So ein Glückstagebuch lässt sich relativ einfach selbst basteln – wie auch andere Blanko-Bücher3.

Ich fand es nämlich ziemlich schwer – bis gar unmöglich – ein schönes Blanko-Buch aus Recycling-Material zu finden. Deswegen habe ich mich nach Buch-Binde-Methoden umgesehen, die nicht allzu aufwendig sind. Dabei bin ich auf Coptic Binding gestoßen und auf ein wundervolles Tutorial dazu auf youtube:

Das ist so einfach, dass ich damit mittlerweile alle Blanko-Bücher, von denen ich denke, dass ich sie brauche, bastle. Wenn ich noch Linien darin brauche, wie beim Basteln eines Glückstagebuchs, drucke ich sie einfach vorher auf die Seiten, die ich später binden will. Ich verwende übrigens auch keinen gewachsten Garn wie im Tutorial, sondern einfach nur Baumwollgarn, und fand, dass das auch gut geht.

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  1. Dazu gab’s einen Post-It „Wofür bist du heute dankbar?“ für’s Badezimmer. Super! Hängt heute noch. Und inspiriert mittlerweile sogar Gäste und den Partner. []
  2. auf Wikipedia stehen da einige Quellen: Wiki: Dankbarkeit []
  3. z.B. Ideen-Bücher, „normale“ Tagebücher, Malbücher, … []

2 Kommentare

  1. Dankbarkeit als etwas schönes und positives zu sehen hat bei mir auch sehr, sehr lange gedauert und ist auch heute noch eine gute Übung, die mir nicht leicht fällt. „du könntest ruhig dankbar sein“ hat sich bei mir im Kopf festgesetzt und mir oft ein schlechtes Gewissen gemacht, irgendwie für das, was ich bekommen habe „einstehen“ zu müssen, als wäre es nicht erlaubt, sich einfach so darüber zu freuen. Dass Dankbarkeit aber eigentlich genau das ist, sich an dem zu erfreuen, was man hat/was gerade ist, das ist (für mich )ein sehr langsamer umlernprozess.

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