Meine Jahresplanung mit Hilfe von Dragon Dreaming (Teil 1)

Jahresplanung mit Dragon Dreaming Titelbild

Meine Jahresplanung beginnt mit vielen Träumen

Je näher sich das Jahr dem Ende zuneigte, umso klarer wurde mir, dass ich noch gar nicht so richtig wusste, was ich mir vom neuen Jahr wünschte. Letztes Jahr habe ich einen Ansatz kennengelernt, der für eine nachhaltige, gemeinschaftliche Projektplanung entwickelt wurde: Dragon Dreaming. Damit habe ich im letzten Jahr ein wenig in den Gruppen, in denen ich aktiv war, experimentiert. Am Silvesterabend habe ich mir nun Zeit für eine Art Jahresplanung mit Hilfe von Dragon Dreaming genommen.1

Diese Art der Jahresplanung ist nichts, was in Stein gemeißelt wird. Es geht vielmehr darum, überhaupt erstmal herauszufinden, was ich mir überhaupt wünsche vom neuen Jahr. Es sind auch keine „guten Vorsätze“, sondern eher Pläne und Träume, die mit mir wachsen und die ich immer wieder dahingehend überprüfen kann, ob sie mir nach wie vor dienlich sind.

Warum ich Dragon Dreaming als Hilfsmittel für meine Jahresplanung verwende

Einer Projektentwicklung mit Dragon Dreaming liegen folgende Ziele zugrunde:

  • Die Entwicklung der einzelnen Menschen im Team fördern.
  • Die Entwicklung einer Gemeinschaft fördern.
  • Projekte im Dienste der Erde fördern.

Wenn ich das Ganze alleine mache, kann ich den zweiten Punkt auf meine innere Gemeinschaft beziehen. Also auf die verschiedenen Anteile in mir: die Kritiker*innen, die inneren Kinder, die Faulpelze, die Antreiber*innen, die in mir leben und teilweise in Konflikten miteinander stehen2. Oder ich beziehe ihn auf die Gemeinschaften, in denen ich bin – z.B. meine Familie, meine Arbeit, meine Wohngemeinschaft. Mit Dragon Dreaming stellen wir uns unseren inneren Drachen – unseren Ängsten, Urteilen über uns selbst und andere – und lernen diese anzunehmen und zu vewandeln.

Mir gefällt auch der Gedanke, dass meine Jahresplanung schon den Grundgedanken in sich trägt, der Erde etwas Gutes zu tun.

Dragon Dreaming Projekte werden in vier Phasen aufgeteilt:

  • Träumen
  • Planen
  • Tun
  • Feiern

Alle vier Phasen sind gleich bedeutend für das Projekt und ihnen soll gleich viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Für gewöhnlich gibt es eine Phase, die dir am ehesten entspricht. Ich z.B. bin am ehesten eine Träumerin. Ich neige dazu, ganz viel zu träumen und den Rest dann irgendwie zu vergessen.3 In einem Projekt mit mehreren Teilnehmenden ist es toll, wenn es Menschen mit allen Typen gibt. Dann ist die Chance, dass das Projekt wirklich ausgeglichen ist, am größten.

Diese 4 Phasen geben mir Orientierung. Für alle gibt es Dragon Dreaming Methoden, die die jeweilige Phase unterstützen.

Meine Träume für 2018

Am Anfang steht die Frage:

Wie muss mein Jahr 2018 aussehen, damit ich am Ende sagen kann: Besser und sinnvoller hätte ich mein Leben in diesem Jahr nicht verbringen können?

Anstatt nun die Frage direkt aus dem Kopf heraus zu beantworten, lädt Dragon Dreaming dazu ein, immer aus dem Herzen zu sprechen. In diesem Schritt geht es auch noch nicht darum, konkrete Handlungen aufzuschreiben, die dir dein Jahr wunderbar machen könnten. Es bleibt auf einer abstrakten Ebene. Formuliere deine Träume immer so, als wären sie bereits passiert. Und lass dich nicht davon beirren, dass sie vielleicht unrealistisch sein mögen.

Übung: Träume, die aus dem Herzen kommen

Bevor du die Übung beginnst, stelle sicher, dass du mindestens eine Stunde Zeit für dich hast. Und lege dir Stift und Zettel bereit.

  1. Schließe die Augen und konzentriere dich auf deinen Atem. Wo kannst du deinen Atem am meisten spüren? In der Nase? Im Brustkorb? Im Bauch? Konzentriere dich auf genau diese Stelle und atme entspannt ein und aus.
  2. Wenn deine Aufmerksamkeit abschweift – das ist ganz normal, wenn du das nicht gewohnt bist – bedanke dich bei ihr, sie macht immerhin einen wichtigen Job. Und bitte sie, wieder zurück zu deinem Atem zu kommen.
  3. Stell dir nun ein Feld um dich herum vor. Es umfasst nur dich. Welche Farben hat es? Welche Form?
  4. Nun stell dir vor, wie das Feld wächst und sich ausbreitet. Zunächst auf die anderen Menschen, die vielleicht noch in deiner Wohnung oder in deinem Haus leben. Dann auf dein gesamtes Dorf oder deine gesamte Stadt. Schließlich auf dein Land, deinen Kontinent und letztendlich die ganze Welt.
  5. Bleib einige Momente bei diesem Bild.
  6. Dann kehre langsam wieder zu dir zurück. Spüre deinen Atem, spüre die Oberfläche, auf der du sitzt, liegst oder stehst. Spüre dein Herz in deiner Brust.
  7. Dann stell dir die Frage: „Wie muss mein Jahr 2018 aussehen, damit ich am Ende sagen kann: Besser und sinnvoller hätte ich mein Leben in diesem Jahr nicht verbringen können?“.
  8. Öffne die Augen und schreibe auf, was spontan in dir entsteht, wenn du den Satz hörst.
  9. Lass dir Zeit. Schreibe so lange auf, bis nichts mehr kommt. Du kannst später immer noch etwas hinzufügen.

Die Essenz meines Traums finden

Manchmal fallen uns nur sehr konkrete Dinge ein. Dann kann es hilfreich sein, dahinter zu schauen. Welche Bedürfnisse stecken hinter meinem Traum? Ich hatte z.B. ursprünglich geschrieben: „Ich konnte mit GFK Geld verdienen.“ Das umfasst aber noch nicht ganz, um was es mir wirklich geht. Bedürfnisse, die sich dahinter verbergen, sind Selbstwirksamkeit, Integrität und Anerkennung. Doch wenn wir am Ende konkrete Pläne schmieden, ist es hilfreich noch ein wenig genauer zu werden. Nun habe ich geschrieben: „Ich habe einen Weg gefunden, wie ich entsprechend meinen Werten für meinen Lebensunterhalt sorgen kann.“ Das umfasst die Essenz, um die es mir geht.

Ich habe unter anderem aufgeschrieben:

  • Ich war viel draußen.
  • Ich konnte mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten beitragen.
  • Ich fühle mich rundum wohl in meinem Körper
  • Ich habe viel gelacht.
  • Ich hatte viel Kraft und Energie.
  • Ich habe einen Weg gefunden, wie ich entsprechend meinen Werten für meinen Lebensunterhalt sorgen kann.

Mein Ziel für 2018

Dein Ziel ist eine Zusammenfassung deiner Träume, ein Leitsatz, der dich übers Jahr daran erinnert, was du erleben und erreichen willst. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du herausfinden kannst, was dein Ziel ist. Da ich die vergangenen Tage während der Rauhnächte bereits viel nachgedacht und nachgespürt habe, ist mir meines einfach so rausgepurzelt.

Eine Möglichkeit, dein Ziel herauszufinden, funktioniert über Teilziele. Unter welche Überschriften kannst du deine Träume einsortieren? Falls dir das schwer fällt, kannst du auch ein paar konkrete Ideen sammeln und für diese Überschriften sammeln.4

Betrachte nun diese Teilziele. Wie lassen sie sich in einem Satz zusammenfassen? Dein Ziel sollte präzise, einprägsam und inspirierend sein – und es sollte alles enthalten sein. Quäl dich aber bitte nicht damit, das perfekte Ziel finden zu müssen. Ein Dragon Dreaming Leitspruch lautet: „Perfection is the enemy of the good.“ (Perfektion ist der Feind des Guten.) Und ein anderer: „Keep it playful.“ (Halte es spielerisch.)

Mein Ziel für 2018 lautet übrigens: Ich habe Balance und Stabilität in mein Leben gebracht.

Erstmal so weit! Im nächsten Artikel geht es dann weiter mit den ganz konkreten Schritten, die du sammelst, um dein Ziel zu erreichen.

Lesematerial zu Dragon Dreaming

Jahresplanung – ja oder nein? Wieviel Planung tut gut, was ist zuviel, was zu wenig? Wie geht es dir damit?

  1. Disclaimer: Ich habe mir all mein Wissen über Dragon Dreaming bislang nur über Bücher und das Internet angeeignet und noch keinen Kurs dazu besucht. Für meine Jahresplanung habe ich den Prozess auch so angepasst, dass es für mich stimmig ist. []
  2. siehe dazu z.B. das Modell des Internal Family Systems []
  3. Deswegen ist es für mich auch hilfreich, darüber zu schreiben. Denn ich habe ja vor, den gesamten Prozess zu beschreiben, also muss ich ihn auch machen. []
  4. Diesen Schritt habe ich abweichend von dem, was ich über Dragon Dreaming gelernt habe, deutlich abgekürzt. []

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