Nachhaltiger Lebensstil

Nachhaltiger Lebensstil

So sieht mein persönlicher nachhaltiger Lebensstil aus

Immer wieder stelle ich nachhaltige Alternativen vor, wie man etwas anders machen kann, z.B. Wäsche waschen mit Efeu statt mit normalem Waschmittel. Viele dieser Dinge mache ich selbst, andere sind mir vielleicht auch zu umständlich. Jetzt möchte ich einfach mal teilen, wie mein persönlicher nachhaltiger Lebensstil aussieht. Dabei ist mir wichtig, offen zu zeigen, was für mich leicht ist und was mir schwer fällt. Und wo es noch komplett hakt.

Was mir leichter fällt

Ich esse grundsätzlich vegan. Dabei gibt es wenige Ausnahmen: Zum einen, wenn ich nicht weiß, dass etwas nicht vegan ist, es ziemlich wahrscheinlich ist und es gerade keine Möglichkeit gibt, nachzuforschen. Beispiel: via Foodsharing gerettete Brötchen oder wenn ich zu Besuch bin und Brot angeboten wird. Und bei Bio-Honig mache ich ganz selten eine Ausnahme, wenn mir etwas damit angeboten wird.
Vegan essen fällt mir wirklich leicht, weil es für mich nicht nur diesen nachhaltigen Aspekt hat, sondern ich damit konkret zu weniger Tierleid beitrage. Außerdem ist das nach 4 Jahren auch schon sehr zur Gewohnheit geworden.

Ich wasche meine Wäsche mit Efeu. Und zwar seit fast 2 Jahren! Das fällt mir wirklich leicht, weil der Efeu direkt vor der Haustür wächst und ich einfach nur ein paar Blätter pflücken muss, in eine Socke stopfen und ab damit! Das klappt mit allen Farben und Stoffen bei jeder Temperatur.

Ich kaufe fast ausschließlich Bio und das fällt mir echt leicht, weil es da nicht nur um Nachhaltigkeit geht, sondern auch darum, gesunde und frische und gut schmeckende Lebensmittel zu haben.

Ich verpacke grundsätzlich alle Einkäufe im Rucksack oder in einer mitgebrachten Tüte und kaufe keine neuen Plastiktüten oder nehme sie geschenkt an.
Die obligatorische Tupperbox zum Reste Mitnehmen habe ich noch nicht dabei, wenn ich essen gehe. Im Normalfall kann ich aber auch alles aufessen.

Gebraucht statt neu kaufen

Wenn ich denke, ich brauche etwas, dann versuche ich es erstmal gebraucht zu bekommen. Manchmal finde ich auch auf dem Dachboden meiner Eltern noch etwas. Insgesamt habe ich aber gemerkt, dass ich sowieso nicht viel brauche und der Fall eigentlich nur dann eintritt, wenn etwas kaputt geht oder eine Batterie leer wird.
Hier ist es manchmal ganz schön anstrengend, einen Ersatz für etwas Kaputtes, Nicht-Reparables zu finden. Zum Beispiel wurde mir letztes Jahr der Fahrradsattel geklaut. Und gebrauchte Fahrradsättel sind Mangelware. Erst nach einigen Woche habe ich einen gebrauchten Sattel gefunden – der leider nicht allzu bequem ist. Als mein Smartphone kaputt ging, habe ich auch ziemlich lange ohne gelebt, bis mir meine liebe Kollegin Sarah ihr Altes geschenkt hat.
Bücher leihe ich häufig in der Stadtbibliothek aus oder kaufe sie gebraucht online, wenn es das nicht in der Bibliothek gibt oder ich davon ausgehe, dass ich es sowieso öfter lesen werde.

Ich verwende waschbare Stoffbinden aus Bio-Baumwolle. Die habe ich auch gekauft anstatt selbst gemacht, weil die saugkräftiger sind als wenn ich mir aus Stoffresten was bastle. Ich finde die angenehmer als eine Menstruationstasse.

Unterwegs mit Fahrrad und Bahn – Auto nur im Notfall

Ich fahre nur dann mit dem Auto, wenn ich etwas Großes transportieren will oder wenn ich mehrere Leute mitnehmen kann. Oder wenn ich mich sonst streiten müsste, weil ein anderer, der mit mir fährt, partout nicht Bahn fahren will.
Das Auto stehen zu lassen, ist für mich mittlerweile schon sehr zur Gewohnheit geworden. Auch, weil es eine sehr gute Busanbindung zur nächstgelegenen Stadt gibt. Das dauert zwar länger, aber es ist auch entspannter. Und natürlich umweltfreundlicher.
Am liebsten würde ich zwar überall hin mit dem Fahrrad fahren, aber gerade jetzt im Winter fällt mir das sehr schwer. Aber das kommt auch wieder.

Ich fliege nicht in den Urlaub. Wobei ich gerade ein wirklich verlockendes Angebot bekommen habe, das mich schwanken lässt.1

Ich trinke Leitungswasser und ich liebe Leitungswasser. Tee mache ich mir teils aus selbst gesammelten Kräutern und teils kaufe ich welchen – insbesondere grünen oder schwarzen Tee.

Ich koche meistens selbst oder mein Freund kocht. Da haben wir echt den Vorteil, dass wir beide gut und schnell kochen können.

Ich verpacke Geschenke nicht und verschenke meist Selbstgemachtes. Wenn ich Pralinen mache, stecke ich die ins Glas. Oder ich nehme Geschenk-Tüten, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben und die immer wieder verwendet werden können.

Kosmetikprodukte braucht es gar nicht so viele

Ich verwende feste Seifen und Haarseifen. Die haben nicht nur den Vorteil, dass sie ohne Plastikverpackung auskommen, sondern auch, dass sie viel länger halten und ergiebiger sind.

Außer Deo, Shampoo, Seife, Schaumbad und Zahnpasta, verwende ich keine Kosmetikprodukte. Dabei kommen Shampoo und Seife ohne Plastik aus. Deo habe ich auch schonmal selber gemacht und Zahnpasta steht noch auf der Selbermach-Todo.

Ich verwende keine Frischhaltefolie oder Alufolie, um Essensreste einzupacken. Anstatt dessen verpacke ich alles in Boxen oder gar nicht.

Was mir schwerer fällt

Ich bevorzuge zwar regionale, saisonale Produkte, aber gerade bei Obst fällt es mir oft nicht so leicht. Und auch in der Zeit, die jetzt kommt: Wenn Wintergemüse langsam aus ist und noch nichts frisches nachgekommen ist.

Als ich sehr aktiv bei Foodsharing war, habe ich kaum noch Lebensmittel gekauft. Für mich ist das das Ideal, weil ich so dafür sorge, dass keine Lebensmittel im Müll landen und ich mich von der Konsumgesellschaft löse. Gleichzeitig war ich aber jetzt lange nicht bei Foodsharing aktiv, weil es irgendwie nie zusammen gepasst hat, wie ich gearbeitet habe, wo ich wohne und wo abgeholt werden musste.
Gerade fällt es mir auch schwer, wieder zu viel Foodsharing-Aktivität zurück zu kommen, weil ich so abseits wohne und es mit viel Fahrerei verbunden ist, egal ob mit Fahrrad oder Auto.

Zum Reparieren brauch ich echt lange

Im Reparieren bin ich nicht so gut, deswegen stapeln sich die Dinge, die noch zu reparieren sind für einen eventuellen Besuch im Repair Café.
Flicken klappt schon besser, aber auch da stapelt sich noch so einiges.

Ich kaufe Klopapier und Taschentücher aus Recycling-Papier: es gäbe ja Alternativen mit waschbaren Lappen und das habe ich tatsächlich auch einige Zeit lang ausprobiert. Aber zwischendurch habe ich dann in einer WG gewohnt und bei meinen Eltern und denen wollte ich dieses alternative System nicht zumuten. Und irgendwo ist dann halt auch die Grenze, wo man zum Öko-Freak wird und nicht mehr ernstgenommen wird.
Und dafür, dass ich aktuell keine Stoff-Taschentücher verwende, habe ich eigentlich keine Ausrede.

Haarewaschen nur mit Wasser – klappt noch nicht ganz

Alternativen zu Seifen und Haarseifen zu finden, fällt mir nicht leicht. Meine Experimente mit Haarewaschen nur mit Wasser habe ich irgendwann wieder aufgegeben. Und eine Zeitlang habe ich noch probiert, mir die Haare mit Roggenmehl-Wasser zu waschen, was eigentlich auch ganz gut geklappt hat, aber dann war ich doch wieder nicht motiviert, das weiterzuführen.

Eigentlich mag ich gerne Gemüse anbauen. Aber letztes Jahr habe ich es etwas übertrieben und deswegen fällt es mir gerade sehr schwer, mich zu motivieren, für ein ganzes Jahr Gemüse-Verantwortung zu tragen.

Wo es hakt

Ich kaufe echt oft Pflanzenmilch und -Cuisine im Tetra Pak. Und ich weiß eigentlich auch, dass man die selber machen kann. Aber am besten schmeckt mir einfach die Hafermilch aus fermentiertem Hafer und ans Fermentieren hab ich mich noch nicht rangetraut. Wenn man den Hafer nicht fermentiert, müsste man ja Zucker hinzufügen. Und das find ich auch doof.2

Plastikverpackungen finde ich insgesamt sehr schwierig zum umgehen. Verpacktes Gemüse meide ich zwar, aber wenn es um Nudeln oder Haferflocken oder Linsen oder so geht, komme ich nicht drumrum. Eine Zeitlang habe ich das intensiver versucht zu vermeiden, mittlerweile bin ich da aber schon ein bisschen resigniert.

Nachhaltig wohnen – davon träume ich noch

Nachhaltig wohnen ist zwar ein Thema, über das ich viel nachdenke, aber angegangen habe ich es noch nicht. Aktuell wohne ich zur Miete, und wir beziehen zwar Ökostrom, aber die Heizung läuft mit Öl. Und im Winter heize ich auch schon gerne auf 20°C, weil ich sonst friere.
Aktuell bade ich auch relativ häufig, anstatt zu duschen, weil es so kalt ist. Dafür versuchen wir häufig, ein Badewasser für zwei Personen zu verwenden. Und mehr als 2-3mal die Woche sowieso nicht. Trotzdem wäre, gerade was Energie- und Wasserverbrauch in den eigenen vier Wänden angeht, noch so viel mehr möglich.
Und dann könnte man auch noch ein Kompostklo und eine Solardusche haben, und einen Tontopf-Kühlschrank und und und…

Wichtig ist mir dabei, keinen Dogmatismus zu leben. Wenn es grad nicht geht, dann geht es nicht. Und tatsächlich sind es oft gute Gründe, wegen denen es nicht geht. Für mich war der Schritt, eine Auszeit zu nehmen, auch ein Schritt wieder zu mehr Nachhaltigkeit und zu einem einfacheren, zufriedeneren Leben. Und klar fällt das alles nicht so leicht, wenn man eine stressige 40h-oder-mehr-Arbeitswoche hat.

Was gehört für dich zu einem nachhaltigen Lebensstil dazu? Habe ich einen Aspekt vergessen?

  1. hab ich aber nicht angenommen []
  2. Und ja, ich habe auch mal Tetra Paks für Upcycling Projekte gesammelt. Aber leider ist da nicht viel draus geworden, außer dass sich extrem viele Tetra Paks im Kämmerchen gestapelt haben 🙁 []

8 Kommentare

  1. Hallo Sabrina, ich wasch seit fast 2 Jahren meine Wäsche mit Kastanien. Klappt auch super. Ich mach mein Mundwasser selber, wasch mir die Haare abwechselnd mit Haarseife und dann wieder mit Roggenmehl. Ich benutze nur noch Stoffservietten und Stofftaschentücher (außer wenn ich total erkältet bin). Keine Tüten, nur Stofftaschen. Keine Putzschwämmchen aus Kunsstoff mehr, sondern alte Waschlappen und Holzspülbürsten. Ich reinige diese und auch meine Zahnbürsten alle paar Wochen mit Soda, so halten sie etwas länger. Wein, Saft und Essig kauf ich hauptsächlich in Pfandflaschen und würde mir wünschen, daß es mehr davon gibt. Ansonsten Leitungswasser. Ich mixe oft die Schnippelreste vom Gemüse mit Wasser in meinem Super-Mixer und benutze die Flüssigkeit als Pflanzendünger. Ich überleg mir zehnmal ob ich etwas brauche und kaufs dann meistens nicht. Schwach werd ich bei Büchern und Filmen. Aber die kauf ich auch fast alle gebraucht. Freu mich über Blogs wie Deinen und über neue Anregungen und Ideen. Danke für die Inspiration.
    Viele Grüsse
    Alex

  2. Efeu einfach in eine Socke stopfen klingt spannend. Machst du vorher wirklich nichts mit dem Efeu? Einfach ein paar Blätter in eienr Socke mit in die Wäsche? Ich habe es bisher noch nicht ausprobiert mit Efeu zu waschen, weil ich bisher immer nur von Rezepten gelesen habe, bei denen man das Efeu erst zu Waschmittel verarbeiten muss.
    Was spricht denn für dich gegen Seifen und Haarseifen? Wäre festes Schampoo eventuell eine Alternative? Man kann SLSA Pulver kaufen, und mit Öl selbst machen, oder aber zB bei Sauberkunst oder bei Manufaktur Uckermark bestellen. Ich komme damit besser klar, als mit Seife.

    1. Hallo Luthya,
      Ja, ich verwende Efeu so wie er ist, ohne ihn zu bearbeiten. Funktioniert! 🙂

      Klar sind Seifen und Haarseifen schonmal deutlich ökologischer als Flüssigseifen in Plastikverpackungen. Idealerweise möchte ich aber in der Lage sein, so etwas auch selbst mit Zutaten aus der Region herzustellen und nicht viel Geld dafür ausgeben. Seife habe ich schonmal selbst gemacht, aber dafür braucht es im Normalfall eben Lauge und exakte Mengen und es ist extrem teuer, wenn man Bio-Öle verwendet.
      Deswegen finde ich Alternativen wie Haare waschen mit Roggenmehl so charmant, weil es wirklich sehr einfach ist und man das überall bekommt und man es potentiell sogar selbst anbauen könnte. Ich mag es einfach, Dinge von Grund auf selbst herzustellen. Dabei geht’s auch darum, den ökologischen Fußabdruck noch ein bisschen kleiner zu halten und auch um Unabhängigkeit.

  3. Liebe Sabrina,

    Deine guten Vorsätze bezüglich Nachhaltigkeit finde ich super und einige der Tipps sind spannend – das mit dem Efeu klingt z.B. toll, werde ich ausprobieren.

    Und Deine Ehrlichkeit hat meinen größten Respekt. Erst dadurch kann ich Dir schreiben, dass Du von echter Nachhaltigkeit scheinbar noch fast genauso weit entfernt bist wie jeder andere Deutsche auch. Einige der wichtigsten Dinge scheinen noch nicht ganz zu passen:

    1.) Nicht fliegen. Wirklich gar nicht. Auch wenn das Angebot ganz toll wirkt.
    2.) Nicht Autofahren und auch kein Auto besitzen. Grundsätzlich muss für jeden gesunden Menschen gelten: keine motorisierte Mobilität. Die ist nachhaltig allenfalls für körperlich eingeschränkte Menschen in geringem Maß machbar.
    3.) Nichts neu kaufen außer ggf. Essen (da bist Du offenbar schon sehr gut)
    4.) Kleine Wohnung (ca. 12 qm) UND sehr sparsam heizen – eher 16 °C als 20 °C – es gibt Pullover, dicke Socken und Jacken. Nachts kann die Heizung ganz aus

    Das alles geht am Besten mit einer kleinen Stadtwohnung (gute Infrastruktur => alles zu Fuß und mit dem Rad machbar) in einem möglichst großen, kompakten Haus – da ist das Verhältnis von Außenfläche zu Wohnfläche um ein Vielfaches besser als in kleinen Häusern und dementsprechend bekommt man die Bude mit viel weniger Heizenergie warm. Wir haben trotz „Energiewende“ nur 4.300 kWh pro Jahr und Mensch erneuerbare Endenergie für alles (Essen, Heizen, Industrie, Mobilität, …), verbrauchen aber 30.000 kWh. Fürs Heizen sind also nur maximal 800 kWh möglich statt der 6.500 die wir uns derzeit im Schnitt genehmigen. Auch wenn es unromantisch erscheint, kleine Wohnungen in großen Häusern sind der wichtigste Schritt zu echter Nachhaltigkeit. Das Waschmittel ist viel weiter hinten in der Prioritätsliste (trotzdem bin ich für Deinen Tipp sehr dankbar!)

    1. Lieber Robert,
      freut mich, dass du für dich etwas rausziehen konntest. Mir ist beim Thema Nachhaltigkeit sowohl Ehrlichkeit als auch Nicht-Dogmatisch-Sein wichtig. Wir haben alle irgendwo unsere wunden Nachhaltigkeitspunkte. Jede/r, den/die ich kenne und sich für Nachhaltigkeit engagiert, macht irgendwo Kompromisse. Dabei ist mir wichtig, dass auch die Bemühungen gesehen werden und dass nicht alles für alle gleich einfach ist.

      Ich finde übrigens schon, dass ich deutlich nachhaltiger lebe als die Durchschnittsdeutsche. Denn es macht einen Unterschied, ob ich einmal in 10 Jahren fliege, oder ob ich jedes Jahr 1-2mal fliege (übrigens hab ich das Angebot auch nicht angenommen damals, d.h. ich bin seit ich Teenager war nicht mehr geflogen). Und es macht auch einen Unterschied, ob ich alle zwei-drei Monate mal mit dem Auto fahre, oder jeden Tag damit zur Arbeit fahre.

      Ich schreibe ja, dass ich auf dem Weg bin und noch nicht am Ende der Weisheit angelangt. Und das werde ich sicher auch nie sein. Aber der Weg allein schon ist ultra-spannend und darüber zu erzählen kann wiederum andere inspirieren. Und darum geht es mir halt auch.

      1. Liebe Sabrina,

        danke für Deine Antwort! Du Recht, es macht einen Unterschied macht wie hoch das Maß des Überkonsums ist. Cool dass Du dich gegen den Flug entschieden hast! Es ist top dass Du schon so weit auf Deinem Weg bist und weiter Richtung echte Nachhaltigkeit gehen möchtest.

        Perfekt bin ich allerdings auch noch nicht; das Fliegen habe ich im Griff, aber ich habe den Wünschen meiner Familie nachgegeben wieder ein Auto anzuschaffen; wenngleich wir es ebenfalls extrem selten benutzen weiß ich dass es falsch ist überhaupt eins zu besitzen. Ich kann also gut nachvollziehen, dass es schwer ist sich tatsächlichen und scheinbaren Zwängen sowie den so tief verankerten Gewohnheiten zu entziehen. Aber ultra-spannend ist es in der Tat und ich freue mich auf die weitere Entwicklung hin zur konsequenten Suffizienz (und damit nebenbei zu höchster Lebensqualität).

        Dogmatismus ist ein schwieriges Thema. Mir scheint man kann nicht locker damit umgehen, dass unsere Existenzgrundlage sehr stark gefährdet ist, im Klartext: mit einiger Wahrscheinlichkeit werden Milliarden Menschen sterben wenn wir weitermachen wie bisher (die Luftverschmutzung bringt jetzt schon Millionen jährlich um). Andererseits ist klar, dass Verbissenheit negative Gefühle erzeugt und damit wird es nicht klappen. Schließlich ist ja außer dem guten Willen von einsichtigen Menschen derzeit keine Chance für eine Wendung zur Nachhaltigkeit erkennbar. Irgendwie muss es gelingen die Sache todernst zu nehmen (denn das ist sie, wortwörtlich) und trotzdem mit guter Laune daran zu arbeiten.

        1. Lieber Robert, tatsächlich ist Dogmatismus ein schwieriges Thema. Auch wenn wir uns noch so klar darüber sind, dass wirklich JETZT etwas passieren muss, so ist das vielen Menschen einfach nicht klar. Und ich merke auch an mir, dass mich das auch selbst ganz schön unter Druck setzt. Und in dem Zustand kann ich eigentlich auch nur dogmatisch sein.
          Also versuche ich mir selbst zuzugestehen, nicht alles perfekt machen zu können, und eben auch den anderen. Anstattdessen versuche ich einfach möglichst ehrlich und authentisch zu sein mit dem was mich bewegt. Ich erzähle, was es mit mir macht, wenn ich weiß, wie Tiere in der Tierindustrie leiden müssen oder teile positive Erfahrungen, die ich mache mit einem nachhaltigeren Lebensstil. Letztendlich glaube ich einfach ganz stark daran, dass man Menschen von außen nicht ändern kann und alle Veränderungen von innen herauskommen müssen. Und dafür braucht es Zeit. Sicherlich Zeit, die knapp ist. Aber aufgedrückte Veränderungen bringen meiner Meinung nach eben leider nur kurzfristig etwas. Wie siehst du das?

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