Experiment: Ohne Auto auf dem Land (Teil 3: Status Quo)

Ohne Auto auf dem Land

Rückblick auf mein Experiment: Ohne Auto auf dem Land

Letztes Jahr habe ich über meine Experimente ohne Auto auf dem Land gebloggt, nämlich hier und hier.
Ich denke, es klang für einige recht anstrengend und es war auch rein subjektiv gesehen ziemlich anstrengend. Ich hoffe, dass es trotzdem inspiriert hat, wenn nicht zum totalen Auto-Verzicht, dann vielleicht doch dazu, ab und zu mal das Auto stehen zu lassen und alternative Verkehrsmittel zu verwenden.

Normalerweise gehen Experimente ja über eine begrenzte Dauer. Aber nach dem Experiment habe ich eigentlich nahtlos damit weiter gemacht, auf das Auto zu verzichten. Warum ich trotzdem von einem „nach dem Experiment“ spreche: Ich bin umgezogen. Und zwar an einen Ort, wo es nicht mehr ganz so kompliziert und anstrengend ist, ohne Auto auszukommen. Schon ländlich, aber nicht mehr richtig „auf dem Land“. Jetzt sind es nur noch 7km bis zur Arbeit und die fahre ich mit dem Rad. Punkt. Längere Strecken mit dem Zug. Punkt. Trotzdem konnte ich mich noch nicht vollends von dem Auto trennen. Aber das kommt auch noch.

Auto Alternative: Carsharing, Mitfahrgelegenheit und Co.

Für den Abschluss des „Experiments“ habe ich ein paar weitere Alternativen gesammelt, mit denen man umweltfreundlich(er) unterwegs ist:

Hier in Erlangen (und in vielen anderen Orten) gibt es eine Carsharing-Initiative: Der Verein stellt einen Pool an Fahrzeugen zur Verfügung, die dann von den Vereinsmitgliedern ausgeliehen werden dürfen. Dazu gehören auch Elektro-Fahrzeuge. Hier findest du alle Carsharing-Angebote.
Genauso funktioniert auch Flinkster, das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn.

Ein etwas anderes Konzept verfolgt drivy: Jede/r kann sein/ihr Auto zur Verfügung stellen und andere können es mieten.

Und dann gibt es ja noch die gute alte Mitfahrgelegenheit. Dazu gibt es mittlerweile richtig viele Portale. Utopia bietet einen Überlick.

Wem das alles zu kompliziert ist, die Bahn zu teuer, das Fahrrad zu anstrengend, aber trotzdem verhältnismäßig umweltfreundlich fahren will, der kann für Städtereisen auch auf Fernbusse zurückgreifen, z.B. MeinFernbus oder Flixbus.

Viele der Angebote lassen sich am besten in Städten bzw. von Stadt zu Stadt nutzen. Wohnt man wirklich sehr ländlich, muss man schon sehr viel Willens- und Tatkraft aufbringen, um umweltfreundlich mobil zu sein. Es ist möglich, aber anstrengend. Aber es wäre ja auch langweilig, wenn alles einfach wäre, oder?

Die ersten Teile der Reihe:
Teil 1: Radfahren
Teil 2: Per Anhalter und per Pedes

13 Kommentare

  1. Hi Sabrina, super Experiment! Bei der Gelegenheit möchte ich auf den Teilesel aufmerksam machen. Ein kostenloses Fahrad-sharing das wir in Nurnberg und gerne auch Erlangen und dem Rest der Welt aufbauen wollen.
    LG Benno

  2. Hey Sabrina,
    ich wohne ja auch auf dem Land. Ich fahre auch sehr viel mit dem Rad (vor allem seit ich jetzt ein Neues mit mehr Gängen habe). Aber alles lässt sich damit nicht erledigen. Wenn ich zB Großeinkauf mache oder auch der Weg zur Arbeit ist unmöglich, da Strecke sehr viele Bergauffahrten hat und wir in der Arbeit keine Duschen haben. Es sind zwar nur 15 km (einfach), aber dadurch das ich mitten in die Fränkische Schweiz muss, ist das leider unmöglich.

    1. Hey Maren, schön dich zu lesen! Ja, die Fränkische Schweiz ist schon eine besondere Herausforderung für Fahrradfahrer! 15km einfach sind jetzt auch kein Pappenstiel, gerade, wenn es viel bergauf geht.
      Mein Ansinnen ist ja auch nicht, dass jeder immer und überall mit dem Fahrrad fahren muss. Eher anzuregen, zu überlegen, wo es denn gut möglich ist und einfach mal Wege auszuprobieren.

  3. Hallo Sabrina!

    Ich hab mich grad durch deine Beiträge „ohne Auto auf dem Land“ gelesen. Wir wollen irgendwann auch zurück in die ländlichere Gegend. In Ö ist das aber alles nicht so leicht. Die Großräume rund um die Städte gehen ja noch, aber ein bisschen weiter weg wird es dann gleich mal kompliziert.
    Wenn ich meine Eltern besuchen möchte, wird das in Zukunft wohl eine Odyssee ohne Auto, eine teure noch dazu. Mal schauen, ob man hin und wieder bei Mitfahrbörsen was auftreiben kann…
    Auf jeden Fall haben mich deine Beiträge bestärkt, das gleiche Experiment in ein paar Jahren zu wagen (wenn vll auch ohne den Teil mit dem Trampen).

    LG, Daniela

  4. Hallo,
    die Beiträge zur nachhaltigen Mobilität sind zwar schon ein paar Tage älter, dennoch inspirieren sie mich noch heute (2018). Ich lebte mein Leben lang in Berlin, erst Ost, dann West und bin viel hin und her gezogen in der Stadt. Niemals hätte ich das Bedürfnis, einen Führerschein zu machen und schon gar keine Notwendigkeit.
    Nun ziehen mein Mann und ich tatsächlich in den ländlichen Speckgürtel in ein Haus mit Garten. Eine völlig neue Erfahrung für uns beide. Insbesondere für mich autofrei Mobile. Beruflich heißt das für mich auch eine Neuorientierung. Es verlagert sich alles für mich, wenn es gut läuft, in die neue Region.
    Von allen Seiten höre ich nun: „Tja, jetzt wirst du um einen Führerschein wohl nicht mehr drumrum kommen!“ Ist das wirklich so?! Davon bin ich nicht überzeugt, auch dann nicht, wenn es mir meine Familie dringend rät, die schon ewig in der Region mit Auto (als für sie einzig sinnvollem Fortbewegungsmedium) lebt.
    Dass es autofrei in Berlin gelungen ist, liegt an dem sehr gut ausgebauten ÖPNV. Im neuen Wohngebiet plane ich, mir ein Pedelec zu kaufen, mir damit und meinem alten treuen MTB den neuen Wohn- und Arbeitsraum zu erschließen. Fest entschlossen und zusätzlich motiviert durch deine Schilderungen des Experiments will ich es mir und den „Ungläubigen“ meines Umfeldes beweisen: es geht eben doch Führerschein- und autofrei im ländlichen Raum im Berliner Speckgürtel!

    Vielen lieben Dank für deine Inspiration.

    1. Liebe Katja,
      Wow, vielen Dank für dein Feedback! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei deinem eigenen Plan, zu zeigen, dass es doch ohne Auto geht! Freue mich, wenn du dich nochmal meldest mit einem Zwischenstand :))

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