Die braune Aubergine

Habt ihr schon mal eine braune Aubergine gesehen? Für alle, die sich mit Gemüse nicht so genau auskennen: das oben ist eine Aubergine. So sieht eine Aubergine aus, wenn sie frisch auf dem Markt feilgeboten wird.

So sieht sie aus, wenn sie schon ziemlich lange feilgeboten wurde und keiner sie haben wollte: ziemlich braun.
Braune Aubergine

Nachdem ich über meine Aktivität bei Foodsharing an eine ganze Menge solcher Auberginen gekommen bin, wollte ich erstmal wissen, was es mit der braunen Haut auf sich hat und habe danach gegooglet. Ergebnis = Null. Allerdings habe ich reichlich Informationen erhalten, wie die Aubergine am besten schmeckt und worauf man beim Kauf achten sollte: matt glänzende dunkel-lila Haut ohne Schadstellen. Auch sollte man sie nur bis zu eine Woche lang im Kühlschrank lagern.

Ich habe es also gewagt, die braune Aubergine zu essen, obwohl sie offensichtlich keine glänzende dunkel-lila Haut mehr hatte und wahrscheinlich deutlich länger als eine Woche im Gemüseregal lag. Von Geschmacksminderung oder negativen Auswirkungen auf die Magen-Darm-Gesundheit keine Spur! Und so eine Aubergine schmeckt ja auch frisch nicht so intensiv. Die Haut hab ich allerdings vorsichtshalber abgemacht.

Auberginen halten ziemlich viel aus und bleiben lange essbar. Man kann komplett verschrumpelte Auberginen essen, Auberginen mit braunen Kernen und – wie eben gelernt – auch Auberginen mit brauner Haut. Stellen, die sich tief eindrücken lassen und matschig sind (also faul sind), sollte man aber auf jeden Fall wegschneiden. Auch Schimmel sollte man nicht mitessen. Bei Auberginen kann er wahrscheinlich großzügig weggeschnitten werden, da sich der Schimmel hier nicht so schnell ausbreiten kann (anders als bei Früchten, die sehr viel Wasser enthalten, wie Tomaten). Wer aber besonders vorsichtig sein will – das sollten besonders Diabetiker und Menschen mit Immunschwäche sein -, kann auch die ganze Aubergine wegwerfen.1

Um etwas leckeres aus Auberginen zu zaubern, braucht man sowieso nie wirklich frische Auberginen. Für Baba Ganoush, das arabische Auberginenpüree, wird die Aubegine so lange in den Ofen gesteckt, bis sie weich ist und dann wird die Haut abgezogen. Wird die Aubergine für Ofengemüse zubereitet, schrumpelt sie sowieso zusammen. Auch für’s Ratatouille werden die Auberginenstückchen richtig durchgekocht. Roh essen sollte man sie sowieso nicht, da in der Aubergine Solanin enthalten ist, derselbe Stoff wie auch in rohen Kartoffeln. Es wirkt leicht giftig.

  1. Weiterführendes: NDR – Verschimmelte Lebensmittel wegwerfen? []

9 Kommentare

  1. Danke für den interessanten Artikel. Wie sieht es bei den nicht sichtbaren Schimmelfäden bei Auberginen aus? Gibt es da irgendwelche Richtlinien, wie weit man um Schimmelstellen wegschneiden sollte?

    1. Habe dazu leider bisher noch nichts gefunden. Für mich würde ich „großzügig“ als 3-5cm auslegen. Aber kommt natürlich auch drauf an, wie groß die Schimmelfläche ist. Wenn es mehr als ein kleiner Fleck ist würde ich mir auch gut überlegen, ob ich die Aubergine nicht lieber ganz wegwerfen soll. Ich bin da auch noch so richtig drauf konditioniert: Schimmel => Wegwerfen. War selber überrascht zu lesen, dass man nicht alles wegwerfen muss, wo Schimmel dran ist und man auch nicht davon stirbt, wenn man was Schimmliges erwischt 😉

  2. Super – danke für Deine Recherche zum Thema braune Aubergine außen….. kenne mich seit ich Foodsaver bin zwar schon besser mit Lebensmitteln aus, aber wenn man dann „Spezialthemen“ wie dieses recht schnell gegoogelt findet, ist das toll. Danke.

  3. Hallo,
    Da ich (Gärtnerin im Erwerbsgemüsebau, biol. Anbau) gerade im Internet auf der Suche nach Artikeln über die braune Haut bei Auberginen war und dabei auf diese Seite gestoßen bin, möchte ich mich zum oben genannten Frischethema äußern. Es kommt vor, dass die Auberginen schon während dem Wachstum an der Pflanze diese braune Haut bilden und verwächst sich leider auch nicht. Die Aubergine ist dabei aber weder weich/matschig noch zeigt sie innen irgendwelche Auffälligkeiten. Bisher habe ich noch keine genaue Erklärung gefunden warum das so ist, außer der Theorie dass die Pflanze diese Früchte eigentlich abstoßen wollte und es sich dann doch anders überlegt hat…
    Man sollte also bei der ‚Frische‘ nicht immer nach dem Aussehen gehen 😉
    Und es erstaunt mich auch immer wieder, wie lange einzelne Gemüsesorten haltbar sind bei richtiger Lagerung: Tomate und Paprika strömen natürliches Reifegas aus und sollten daher separat gelagert werden (ich lege sie auch nicht in den Kühlschrank), ebenso Zitrusfrüchte. Und Solanin enthalten Paprika und Tomaten im übrigen auch, sie gehören nämlich auch zur Familie der Solanaceae (Nachtschhattengewächse) wie Kartoffeln und Auberginen.
    Ich hoffe, dad war jetzt nicht zu viel ^^

    1. Hallo Jenny!
      Hast du inzw. vielleicht mehr über die braunen Auberginen, wie du sie schilderst, herausgefunden? Habe das selbe Problem bei rund der Hälfte meiner Pflanzen. Die braunen Früchte sind wohl ungeniessbar, oder hast du eine Verarbeitungsart gefunden, die sie essbar macht?
      Danke im voraus für deine Rückmeldung!

      1. Hallo Thomas, so wie ich Jenny verstanden habe, sind die braunen Früchte bei ihr nicht ungenießbar, sondern können genauso verzehrt werden wie andere Auberginen. Vielleicht einfach mal ne ganz kleine Menge probieren?

  4. Kann diesen Prozess bei zu wenig Nahrung sein ( Dünger ) oder ist es eine andere Biologischen Prozess. Es währe wichtig wenn uns einen Gärtner eine Auskunft geben könnte.

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